Warum du niemals Myclobutanil auf Cannabispflanzen sprühen solltest

Grower-Support-Notiz: August 2017

Myclobutanil ist ein wirksamer Bestandteil einiger Pestizid-Sprays. Es tötet also Pilze wie Echten Mehltau und Bud Rot ab. Myclobutanil findest du in Sprays wie „Eagle 20 EW“. Dieses Fungizid gehört zur Familie der Triazole.

Einige Länder erwägen ein vollständiges Verbot von Myclobutanil, weil die Medizin Bedenken wegen triazolresistenter Aspergillus-Pilze hat. Trotzdem werden Eagle 20 EW und ähnliche Produkte in der konventionellen Landwirtschaft, etwa im Weinbau, häufig eingesetzt.

Wird Myclobutanil auf Tabak oder Cannabis ausgebracht, kommt es zu sehr ernsten Gesundheitsproblemen: Myclobutanil setzt hochgiftige Gase frei, sobald es über seinen Siedepunkt von 205 °C (400 °F) erhitzt wird. Bei der späteren Verarbeitung dieser Ernte entstehen leicht Temperaturen von über 450 °C. Zu diesen giftigen Gasen gehören Chlorwasserstoff, Cyanwasserstoff (Blausäure) und Stickoxide. Deshalb ist Eagle 20 EW auf diesen Kulturen in den meisten Ländern gesetzlich streng verboten.

Da Eagle 20 EW jedoch in bestimmten anderen landwirtschaftlichen Kulturen ein zugelassenes Fungizid ist, ist es für Cannabis-Grower relativ leicht erhältlich. Von einigen Growern, großen wie kleinen, ist bekannt, dass sie ihre Pflanzen mit diesem gefährlichen Fungizid besprüht haben.

Ähnliche Bedenken gegenüber diesem und anderen Pestiziden haben Tausende verantwortungsbewusste Grower in den USA überzeugt, auf chemiefreie Pflanzenschutz-Technologien umzusteigen, zum Beispiel keimtötendes UV-C gegen Echten Mehltau und Botrytis.

Wenn du Endkunde bist:

Frag deinen Lieferanten nach einem Nachweis, dass das Produkt frei von Myclobutanil ist.

Wenn du Grower bist:

Sprühe kein Produkt mit Myclobutanil auf eine Ernte, die später weiterverarbeitet oder zu Öl extrahiert werden soll. Das ist gefährlich und verstößt gegen das Gesetz.

Arne Aiking

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